Strukturen schaffen

Die Bewerbung als „serielles transnationales Welterbe“ ist ein wegweisender Prozess, der die Beteiligten mehrere Jahre lang beschäftigen wird. Der Startschuss für den gemeinsamen Weg fiel 2017 zum 120. Geburtstag der Müngstener Brücke, angestoßen von den drei Oberbürgermeistern im Bergischen Städtedreieck. Seit der Initialzündung wird das internationale Netzwerk ausgebaut, vier zentrale Kongresse und mehrere Arbeitstreffen fanden statt, Experten tauschen sich aus, Abkommen werden getroffen.

Auf der operativen Ebene geht es vor allem darum, eine tragfähige Finanz- und Organisationsstruktur zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund haben die Partner beim Brückenkongress 2019 in Frankreich beschlossen, ein Konstrukt aus Vereinen in den Ländern und einer übergeordneten Stiftung als Steuerungsinstrument und Dachorganisation aufzubauen.

Vereine als nationale Basis

Fördervereine in den beteiligten Ländern bilden die Basis. Sie sollen zunächst im eigenen Land Freunde und Förderer gewinnen und den jeweiligen nationalen Prozess vorantreiben, Finanzmittel beschaffen, zum Beispiel Veranstaltungen organisieren und durchführen sowie Projekte zur Förderung des Vereinszweckes entwickeln und unterstützen. Auch wenn im Mittelpunkt ihrer Aktivitäten die Bemühungen um das Bauwerk vor Ort stehen, bleibt der Blick aber immer auf die gemeinsame Bewerbung der sechs Großbogenbrücken als serielles, transnationales UNESCO-Welterbe gerichtet.

Der deutsche Förderverein wurde im Frühjahr 2021 gegründet, Frankreich folgte Ende 2021. In Italien ist die Gründung einer Lenkungsgruppe in Vorbereitung und auch in Portugal werden jetzt die notwendigen Schritte auf den Weg gebracht.

Stiftung als Leitungsgremium

Wenn alle Strukturen stehen, soll als Dachorganisation und Steuerungseinheit eine Stiftung gegründet werden, die das Gesamtvorhaben finanziert, den europäischen Welterbeprozess unterstützt und begleitet. Sie soll gleichberechtigt von allen europäischen Brücken-Partnern getragen werden. Geplant ist, dass jeder Verein Delegierte an die Stiftung entsendet, Entscheidungen sollen im Leitungsgremium getroffen werden. Ihren Sitz soll die Stiftung in Solingen haben. Von hier wird schon jetzt der internationale Prozess gesteuert.